Prokrastination verstehen und Progresstination erleben.

on

8 Gedankenanstöße, um anzufangen, um fortzuschreiten, zu wachsen.

Verschieben. Vermeiden. Umgehen. Aber wir verstehen uns selbst nicht, denn wir haben uns doch fest vorgenommen diese Aufgabe zu erledigen. 

Wir wünschen uns vielleicht neue Routinen, gesunde Gewohnheiten, die Realisierung großer und kleine Ziele, das Umsetzen von Tätigkeiten, die uns guttun, wie Sport oder Meditation. 

Und es gibt die offensichtlich unangenehmen Tätigkeiten, bei denen uns klar ist, warum wir sie immer wieder verschieben, wie bspw. ein Konfliktgespräch oder ein Projekt, was längeren Input erfordert. 

Der Prozess des Verschiebens und dennoch immer wieder diese Gedanken im Kopf zu haben, kostet uns wertvolle Energie. 

Die Folgen von Prokrastination: Stress, Schuldgefühle, Scham, Selbstentwertung und letztlich noch mehr ProkrastinationJe nach Intensität und wahrgenommener Belastung kann Prokrastination auch zu Depression führen. 

Wir wünschen uns einfach Fortschritt im Sinne des Wachstums unserer Persönlichkeit und Entwicklung von Projekten, die uns umtreiben, anstatt Stillstand oder Rückschritt. 

Wir lassen uns coachen, optimieren, analysieren, wir planen, messen, tracken, um des persönlichen Wachstums Willen. Doch wir bleiben im “Mach ich morgen-Modus”.

Foto: @brett_jordan

Was ist Prokrastination?

Prokrastination ist ein zeitloses Phänomen. 

Schon Aristoteles hat einen Begriff dafür geprägt: Akrasia. 

Akrasia bedeutet, dass Du eine Sache tust, obwohl Du weißt, dass Du eine andere Sache tun solltest. Es ist also eine Kraft, die uns davon abhält etwas konsequent umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben zu tun.

Bevor wir über Prokrastination sprechen: 

Wichtig ist von Anfang an ehrlich mit Dir ins Gericht zu gehen. 

– Dient diese Aufgabe in irgendeiner Weise der Realisierung Deiner Vision? 

– Kann die Aufgabe im Einklang mit Deinen Werten erledigt werden? 

– Ist es gesund diese Aufgabe zu machen? 

– Ist die Aufgabe selbsterreichbar? 

Lautet eine der Antworten NEIN, kannst und darfst Du Dir erlauben diese Aufgabe nicht zu machen. 

Ist die Aufgabe jedoch im Einklang mit Deinen Werten, Deiner Vision und dient Deiner physischen und mentalen Gesundheit, dann lohnt es sich von Prokrastination zu befreien und den wahren Grund (das Motiv zu verschieben), zu erkennen.

Warum prokrastinieren wir?

Gute Frage. Warum prokrastinieren wir überhaupt, was steckt dahinter

Die Antwort ist einfach und vielschichtig zugleich. 

The Monk and the Monkey Mind

Foto: Jay Shetty Privat

Wenn wir zwischen unserem zukünftigen Ich, langfristig orientierten Ich und dem jetzigen Ich unterscheiden, wird klar, dass wir uns im Spannungsfeld zwischen schnellen Belohnungen versus langfristigen Benefits befinden. 

Das aktuelle Ich ist an kurzfristigen Erfolgen und schnellen Belohnungen interessiert. Viele nennen es auch den Monkey Mind (Falls Du es noch nicht gelesen hast: Jay Shetty, Think like a Monk).

Das zukünftige Ich jedoch ist langfristig ausgerichtet und kann sich mühelos mit der besten Version unseres Selbst verbinden und sich vorstellen, dass unsere selbst gesetzten Ziele langfristig dienlich sind oder wir ansonsten die Konsequenzen dafür tragen müssen. Das ist der sogenannte Monk Mind

Ein Beispiel: 
Wir wissen, dass es gesund und gut für uns ist regelmäßig unseren Körper und unseren Geist zu trainieren und gesund und maßvoll zu essen. Wir wissen dies zu 100%, wir verstehen es und finden es logisch und erstrebenswert.

Dennoch hadern die meisten Menschen mit diesen Zielen und damit verbundenen Aufgaben. Sie prokrastinieren. 

Warum? 

Das kurzfristig orientierte Ich sieht weder die Vorteile im Jetzt noch die Konsequenzen im Jetzt. Die Vorteile eines Laufes im Jetzt sind nicht groß genug, dass man ihn nicht auf morgen verschieben könnte. Und auch die negativen Konsequenzen, wenn ich den Lauf heute doch nicht mache, sind nicht dramatisch im Jetzt.

Langfristig hat es jedoch einen großen Einfluss. 

Weil unser Zukünftiges Ich sich sehr wohl darüber bewusst ist, entsteht ein schlechtes Gewissen, Druck, und bei Wiederholung der Prokrastination auch Stress, vielleicht Scham oder sogar Selbstentwertung, was im Teufelskreislauf mit noch mehr Prokrastination endet. 

Es ist also zentral die Konsequenzen und Vorteile mehr in das Bewusstsein des Jetzt zu rücken (vgl. 8 Gedankenanstöße).

Foto: Rowohlt Verlag

Du bist was Du glaubst.

Ein anderer wichtiger Punkt sind unsere tiefen Überzeugungen. 

Tief im Sinne von frühe, unterbewusste Überzeugungen. 

Das Gegenteil von Prokrastination ist Anfangen, Fortschritt, Wachstum. 

Die großen Freunde dieses Fortschritts sind „das Tun in kleinen stetigen Schritten“, das Vertrauen in sich und in die Zukunft, das sich Zeigen können und wollen, die Akzeptanz des Unperfekten sowie der konstruktive Umgang mit Fehlern und Kritik

Dies sind gleichzeitig die größten Feinde der Prokrastination. 

Die Prokrastination zeigt sich meist als diffuser Widerstand und als Scham, schlechte Laune nachdem man prokrastiniert hat. 

Wir sind also eingeladen tief zu schauen, was wir wirklich denken vermeiden ZU MÜSSEN

Es ist nicht die Aufgabe selbst, sondern was wir glauben, was (uns) passieren könnte, wenn wir sie doch tun. Hier liegen die wahren Hindernisse, die ihren Ursprung in einer frühen Überzeugung haben.

In den meisten Büchern, Artikeln und Seminaren zum Thema werden schnelle Tipps und Quick Fixes verbreitet. Doch viele KlientInnen berichten über immer wieder einsetzende Prokrastination und damit verbunden, über eine Verschlimmerung des Drucks.

Die tieferliegenden Überzeugungen empfehle ich in einem Coaching zu beleuchten. 

Wir arbeiten hier mit den sogenannten Logical Levels, die uns in 5 Stufen zu unseren unterbewussten Überzeugungen über unsere Identität führen. 

Wenn wir bspw. im tiefen Inneren glauben, dass wir es nicht wert sind, uns zu zeigen, werde ich eine Aufgabe, ein Projekt, dass dies nach sich zieht, prokrastinieren. 

So verhält es sich mit allen weiteren Überzeugungen, die im destruktiven Verhältnis zur Realisierung von Projekten, Aufgaben, Anliegen stehen. 

Ja, wir können auch, und gerade Entspannung und Ruhe prokrastinieren. Das tun wir wahrscheinlich sogar viel häufiger als wir glauben. 

Charlotte Witzlau

Foto: @katiebarrett

Weitere Beispiele für innere Überzeugungen

  1. Ich muss erst perfekt sein, bevor ich mich zeige.
  2. Es ist unsicher, wenn ich…
  3. Ich bin nicht mehr ich, wenn ich…
  4. Ich bin nicht loyal, wenn ich…
  5. Ich sterbe, wenn ich mein Gesicht verliere.
  6. Ich muss zu 100 % unangreifbar sein.
  7. Ich darf niemals scheitern.
  8. Ich darf niemals Fehler machen.
  9.  Ich ertrage es nicht, wenn ich nicht geliebt/ anerkannt bin (Was sollten denn die anderen über mich denken“ – „Fear of Public Opinion“)
  10. Ich muss erst leisten, bevor ich mir etwas gönne oder ruhen darf („Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“, die Pflichtbewusste, die disziplinierte Seite in uns, die sich nach bedingungsloser Anerkennung und Zugehörigkeit sehnt und daraus Selbstwert zieht)

Je nach Kontext des Anliegens arbeiten wir auch mit der Teilearbeit nach Friedemann Schulz von Thun oder auch der energetischer Psychologie mit EFT. 

EDxTM nach Fred Gallo ist eine Kurzzeit-Traumatechnik, die hochwirksam und verblüffend rasch wirkt. Es werden vor allem Ängste, Stress und psychische Belastungen rasch, effizient und erfolgreich behandelt, um besonders an dem Stress, die Prokrastination auslöst, zu arbeiten. 

Hypnocoaching ist geeignet um Ressourcen zu aktivieren, die uns unterstützen, ins Tun zu kommen.

The GOOD news are

Hier kommen die guten Neuigkeiten:

  1. Erstens, Wenn wir verstehen was passiert, rücken wir das Thema in das Bewusstsein.
  2. Zweitens, wir sehen, dass es nicht nur uns, sondern auch anderen Menschen so geht und wir nicht in Selbstentwertung einsteigen müssen. Wir sind wertvoll, wir sind geliebt und Prokrastination ist so zeitlos wie nur irgendetwas zeitlos sein kann. Wir dürfen Mitgefühl mit uns selbst haben.
  3. Drittens, Du kannst an Deinen Überzeugungen arbeiten. Dies ist in einem oder wenigen Coachings zu bearbeiten.

The problem is not doing the work, it’s starting the work. 

James Clear

4. Viertens, der Leidensdruck im Zusammenhang mit der Prokrastination sinkt sofort nach Beginn der Aufgabe. Sind das nicht gute Neuigkeiten? Es ist deshalb zu Anfang NUR wichtig, in den Start zu finden. Die Aufgabe besteht also darin, den Start für die Tätigkeit so einfach zu machen, dass es fast lächerlich ist. 

Foto: @brett_jordan

Finde DEINEN Ansatz

Je nach Leidensdruck, Typ, Kontext und bereits gesammelten Erfahrungen weißt nur Du selbst, was der erste und wichtigste Schritt ist, um Deine Prokrastination zu beenden. Tauchst Du in die Tiefe, um Deinen inneren Überzeugungen auf den Grund zu gehen und Dich von hier mit 1-2 kleinen Verhaltensänderungen (siehe unten) neu aufzustellen? Oder vielleicht bist Du jedoch vielmehr der Typ, der Prokrastination nicht als generelles Problem, sondern nur in einem abgegrenzten Kontext und erst seit kurzem erlebt? Für Dich reicht es vielleicht einen der unten genannten Tipps auszuprobieren. 

8 Gedankenstöße, um anzufangen, für Fortschritt und Wachstum

An dieser Stelle ist mir der Hinweis ganz wichtig, dass diese Schritte nur ein i-Tüpfelchen sind, die wir nach der Arbeit an Überzeugungen und inneren Anteilen oben aufsetzen können. Es fühlt sich an wie kleine quick wins, die man eben noch mitnimmt. Je nach Intensität des Leids, der mit Prokrastination entsteht, kann es auch anders herum sein

  1. Gehe die kleinsten Schritte
  2. Mach es (Dir) einfach.
  3. Ziehe die Konsequenzen ins Jetzt
  4. Nutze das Diamond Cutter Prinzip
  5. Power and pause
  6. Reduziere Ablenkungen
  7. Meine erbärmliche Meditationspraxis
  8. Denke nicht an den rosafarbenen Elefanten
1. gehe die kleinsten schritte

Wenn Du deine gesamte Aufgabe wie einen langen Weg aus der Vogelperspektive betrachtest, lass von dieser Perspektive viele kleine Fähnchen (in der Farbe Deiner Wahl) auf diesen Weg sinken. Jedes Fähnchen markiert einen mini Schritt, einen tiny little step. Denke nicht an das Endziel. Denke an die nächsten 24h, das erste Fähnchen. Ich bin ein Fan von langfristigen Zielen und Vision. Es geht jedoch darum, jetzt ins Tun zu kommen, und jetzt ist nicht morgen oder überübermorgen.

Beispiel: Möchtest Du einen Artikel mit 1000 Wörtern schreiben, schreibe heute 100 Wörter und notiere Dir, dass Du bereits 10% geschafft hast.

Wir brauchen den ersten Schritt, das Anfangen, das Gefühl, dass es für Dich möglich ist. Daraus entstehen die kleinen Erfolge, die Dich motivieren mit Freude zum nächsten Fähnchen zu gehen, anstatt gelähmt von dem Anblick eines großen Berges stehen zu bleiben und im Stillstand zu enden.  Was ist das erste Fähnchen auf deinem Weg?

Hier eine passende Podcastfolge zum Thema Tiny Habits und Routinen mit Frances Gallert
2. Mach es (Dir) einfach. 

Make it so easy, that you cannot say no. 

Leo Babauta
Foto: @kellysikkema

Wenn Du Deine Aufgabe in mehrere Teile, mit Fähnchen markiert, gegliedert hast, heißt es noch nicht, dass Du Lust hast, damit zu beginnen. Wie wir bereits erfahren haben, ist es aber vor allem der Start, der erleichtert werden muss, um Prokrastination zu stoppen. Versuche also mit etwas zu starten was so einfach ist, dass Du nicht nein sagen kannst. Vielleicht kennst Du die 2 Minuten Regel. Diese besagt, dass Deine Aufgabe zu Beginnn nie länger als 2 Minuten dauern sollte. Sobald Du mit Deiner Aufgabe begonnen hast, kannst Du darauf vertrauen, dass die folgenden Schritte leichter von der Hand gehen. Ist die Aufgabe deines ersten Fähnchens so einfach, dass Du nicht Nein sagen kannst?

Beispiel: Wenn Du immer wieder Ruhe oder Meditation verschiebst, nimm Dir vor jeden Tag nur zwei Minuten zu ruhen oder zu meditieren. Nur zwei Minuten.
3. ziehe die Konsequenzen ins jetzt

Vorhin haben wir darüber gesprochen, dass die Konsequenzen der Prokrastination für das jetzige ich nicht „schwerwiegend“ genug im Jetzt sind, um die Aufgabe zu erledigen. Dem lässt sich leicht begegnen, indem Du Dir einen Buddy suchst, mit dem Du die Aufgabe zusammen angehst. Ihr verabredet euch eine bestimmte Zeit zusammen an den jeweiligen Aufgaben zu arbeiten und motiviert Euch so gegenseitig dran zu bleiben (das funktioniert auch wunderbar digital). Die Konsequenz, zum Beispiel Dein Sportprogramm heute wieder nicht zu machen, wiegt nicht schwer. Du kannst ja morgen anfangen. Bist Du allerdings mit einem Freund verabredet und erscheinst nicht zu verabredeten Zeitpunkt, ist die Konsequenz deutlich im Jetzt und auch mit seinen Folgen wahrnehmbar (Versetzen oder Demotivation des Frreundes).

4. nutze das Diamond Cutter prinzip

Wenn Du mit dem Diamantschneiderprinzip und den 4 Schritten vertraut bist, weißt Du bereits, dass es ein absoluter Erfolgsgarant ist, wenn Du jemanden dabei hilfst, sein Ziel, was auch Dein Ziel ist, zu begleiten. Das wusste schon Konfuzius:

Was Du mir sagst, das vergesse ich. Was Du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was Du mich tun lässt: Das verstehe ich. 

Konfuzius

Das Diamantschneiderprinzip geht etwas weiter

  1. Definiere Dein Ziel
  2. Finde einen (karmischen) Partner, der in der Essenz dasselbe Ziel hat wie Du.
  3. Unterstütze diese Person eine Stunde wöchentlich, für einige Wochen, dabei ihr Ziel zu erreichen.
  4. Verbinde Dich jeden Abend mit der Freude, die diese Person empfindet, wenn sie ihren Zielzustand erreicht. Es geht hierbei nicht um Dankbarkeit und auch nicht um Freude für Dein Erreichen des Zielzustandes, es geht um Freude FÜR den anderen.
WER HAT DASSELBE PROBLEM ODER ZIEL WIE DU? DIESE PERSON MUSS NICHT EINMAL WISSEN, DASS SIE „DEIN (KARMISCHER) PARTNER“ IST.
5. Power and Pause

Dieser Gedankenanstoß gilt nicht für den ersten Schritte, wo es um die 2 Minuten Regel und die tiny steps ging. Vielmehr geht es hier um eine Technik, die Dir das Dranbleiben ermöglicht, wenn Du den Start gemeistert hast.

Vielleicht kennst Du die Pomodoro Technik oder andere Werkzeuge des Zeitmanagements. Ich empfehle Dir, herauszufinden wie viele Minuten Du Dich voll konzentrieren kannst. 

Dies kannst Du beispielsweise herausfinden, wenn Du ein Buch liest. 

Sobald Du das erste Mal zurückgehen musst (back skipping), schau auf die Uhr. Vielleicht 5, 10, 15 Minuten. Nimm Dir diese Zeit als Grenze für Deine Aufgabe. Arbeite nicht länger daran. 

Sollte es Dein Ziel sein mehr Sport zu treiben, reichen 15 Minuten zu Beginn vollkommen aus. 
Machen nach diesen 15 Minuten nicht einfach etwas anderes, sondern mach ganz bewusst eine Pause!
Das am meisten unterschätzte Effizienz Werkzeug ist die Pause.
PAUSIEREN: Wie wäre es jetzt den Timer auf 1 oder 2 Minuten zu stellen und die Augen zu schließen, sitzend, stehend, liegen.
6. Reduziere Ablenkungen

Use every distraction as an object of meditation and they cease to be instractions. 

Mingyur Rinpoche

Ich kenne niemanden, der unterhaltsamer über die Weisheiten des Buddhismus spricht und sie so humorvoll zu vermitteln weiß, wie Mingyur Rinpoche.

Arbeite in einem Umfeld, dass Dich nicht ablenkt. 

Erstens, reduziere Online Zeit generell und stell das Handy während deiner Aufgabe aus. 

Zweitens, räume auf (Magic Cleaning nach Marie Kondo) und umgib Dich nur mit dem Wesentlichsten. 

Drittens, konzentriere Dich nur auf diese eine Aufgabe, da Du ansonsten innerlich abgelenkt bist Vielleicht wechselst Du sogar den Raum, um Deine Aufgabe zu beginnen, wenn nur wenige gedanklichen oder externe Ablenkungen da sind. Retreats funktionieren beispielsweise auch deshalb so gut, weil nicht mehr da ist, als Du zum meditieren, bewegen, ruhen, essen brauchst. Ablenkungen zu reduzieren kann auch bedeuten, Deine Aufgabe möglichst ablenkungsfrei direkt am Morgen zu erledigen. 2 oder 10 Minuten am Morgen – das ist selbst mit vielen Kindern im Haushalt möglich. Eine Frage der Prioritäten.

Viertens, lege Dir Deine Aufgabe bereits am Abend so sichtbar bereit, dass Du nicht von etwas anderem abgelenkt werden kannst. Ermögliche Dir, dass Du nach dem Aufstehen bis zu dieser Aufgabe möglichst nichts tun musst, außer vielleicht Handlungen im Bad.

Beispiel 1: Du stehst eher auf, gehst ins Bad, erledigst Deine Aufgabe für x Minuten. Danach Pause, z.B. in Stille (gerne auch anders herum) und danach kannst Du immer noch das Handy anstellen.
Beispiel 2: Stelle das Telefon auf Flugmodus und den Timer für deine Aufgabe. Erledige diese Aufgabe in dieser Zeit. Wenn Deine „Aufgabe“ Ruhe und Entspannung ist, funktioniert auch das wunderbar. Dann kannst Du als Weckton vielleicht eine „Gong-App“ verwenden.
Foto: @sigmund
Foto: @stilclassics
7. Meine erbärmliche Meditationspraxis

Um den Perfektionismus mal humoristisch einzuladen, empfehle ich deine prokrastinierte Aufgabe, Projekt, Thema mit einem Arbeitstitel zu benennen, der explizit darauf hinweist es besonders mittelmäßig oder vielleicht sogar schlecht zu machen. Dies nimmt den Druck und lässt Dich mit einem Augenzwinkern auf das Anfangen blicken

„Mein erste Katastrophen Rede“
„Der mittelmäßigste Start in mein Sportprogramm“
„Das grauenvollste Gespräch mit meinem Partner“ 
„Meine erbärmliche Meditationspraxis“
8. denke nicht an den rosfarbenen Elefanten. 

Wenn ich Dich bitte nicht an einen rosafarbenen Elefanten zu denken…

wirst Du es unweigerlich tun. 

Dein Gehirn kennt kein Nein. Sobald eine Information in Dein System kommt, auch wenn es mit einem Nein oder einem Kein daherkommt, wird diese Information als Gedanke, Bildung, Gefühl, Stimmung Form annehmen. Für viele Klienten ist die folgende Übung deshalb wirkungsvoll.

Nimm Dir eine bewusste Pause mit Zeitlimit
z.B. 10 Minuten und nimm z.B. ein Bad, mach einen Spaziergang oder zeichne zum Beispiel etwas. In dieser Zeit verbietest Du Dir an dein projekt zu denken. 

Der rosa Elefant ist die Aufgabe, die Du verschiebst. Dein Kopf wird sich unvermeidbar mit dieser Aufgabe beschäftigen. Nach dieser kurzen Auszeit, haben die Klienten meist erste Impulse etwas zu tun, was ihnen eingefallen ist. Probier es aus, die Effekte können erstaunlich sein.

Eine weitere Möglichkeit: Temptation Bundle

Nur, wenn ich (geliebte Tätigkeit), während ich (prokrastinierte Tätigkeit). Für mich persönlich funktioniert diese Methode nicht, da ich glücklich im single tasking bleibe. Für viele funktioniert es aber und bietet einen einfachen Start. Und darauf kommt es an. Beispiel: Nur, wenn ich Hörbücher höre, gehe ich joggen. Oder Nur wenn ich in meinem Lieblingsrestaurant esse, mache ich meine Meetings mit einem schwierigen Mitarbeiter. 

Erfolgsgeheimnisse für jedes Ziel, jedes Wachstum, jede Entwicklung

  1. Die 86 Stunden Regel Visualisieren ist ein wichtiges Werkzeug, um Deinen Unterbewusstsein Informationen darüber zu geben, was es anpeilen darf, was es glauben darf. Erstelle mit Freunden ein Visionboard mit dem Zielzustand, der möglich wird, wenn Du die aktuell aufgeschobene Aufgabe nicht mehr prokrastinierst und wenn Du generell nichts mehr verschiebst. Wie fühlt sich das an, was ist dann anders, wo siehst Du Dich und was was hast Du gewonnen?
  2. Bist Du Dir im Klaren über Deine Prioritäten. Wie viele Prioritäten hast Du? Streiche alles was nicht wichtig ist und konzentriere Dich nur auf maximal 6 wichtige Aufgaben am Tag. Eine davon darf Deine mentale Gesundheit sein.
  3. Nimm Dir einen Mentor, Coach, einen Freund zur Seite, der Dich unterstützt und/ oder den Du unterstützt.

Meine persönlich wichtigste Empfehlung ist eine stetige Mediationspraxis. 

Denn diese ermöglicht uns, langsam, aber sicher zurück in den Monk Mind Zustand einzukehren. Zurück deshalb, da dies unser Urzustand ist, auch wenn wir uns vielleicht nicht erinnern, dass dies als Kind unser natürlicher Zustand war. 

 

Tun was ansteht und alles andere lassen.

 

Prokrastinierst Du genau diese Aufgabe, nämlich zu meditieren, nutze die Gedankenanstöße oder ein Coaching, um Deine Überzeugungen zu würdigen und zu transformieren. Beginne dann mit 2 Minuten täglich.

So gelangst Du von Prokrastination zu Progress.

#PracticeTheNow

Congratulations, dass Du hier angekommen bist. Diesen Artikel prokrastinierst Du ganz offensichtlich nicht 🙂

Aus Coachingperspektive ist mir aber tatsächlich noch ein letzter Aspekt besonders wichtig. 

Wir haben viele Anteile in uns. 

Jeder Anteil, jede Seite in uns hat seine Berechtigung

Wenn jedoch eine oder mehrere Seiten die Dirigentschaft übernehmen, ist es Zeit diese Seite zurück ins Orchester zu integrieren. 

Dafür darf Kontakt zu dieser Seite entstehen und sie sollte neu gebrieft werden, sodass der Klient selbst wieder zum Dirigenten seines Denkens und somit Handelns wird. 

Erst jetzt kann die Kompetenz aller Seiten im Orchester voll zur Geltung und in EINKLANG kommen

Wer bin ich und wenn ja wie viele. 

Richard David Precht

Es klingt komisch, aber die Prokrastination hat eine Funktion, eine positive Absicht für Dich. Sonst wäre sie nicht da. 

Es gilt sie zu würdigen, damit sie ziehen darf.

Wenn wir anfangen die positive Absicht der Prokrastination zu beleuchten, im Sinne von Licht von einer anderen Perspektive auf die Dinge werfen, so verstehen wir was passiert. 

Da steht die Prokrastination und was einst ein stolzer Krieger war, entpuppt sich als ein müder Krieger, der sich nach Erlösung sehnt.

Wenn wir die Seite nicht würdigen und stattdessen “weg haben wollen, ohne sie anzusehen”: 

Wie alle Schattenseiten im Leben eines Menschen, wird auch die Prokrastination mit zunehmender Ablehnung und zunehmenden Kampf gegen sie, größerer und stärker. 

Sie bekommt mehr Aufmerksamkeit, sprichwörtlich mehr Bühne, mehr Licht durch die Ablehnung in uns. 

Der wichtiger  Schritt neben den Gedankenanstößen ist somit die Integration der Prokrastination mit seiner positiven Absicht. 

Diesen Prozess kannst Du ganz intuitiv mit einem Coach oder Mentor durchlaufen. Ich empfehle hier eindringlich das Seitenmodell nach Gunther Schmidt. 

Therapeutisch ist die Schematherapie (nach Jeffrey E. Young) eine wunderbare Methode (von Verhaltenstherapeuten nit dieser Zusatzausbildung angewandt), um unsere Anteile (mit ihren Wurzeln meist weit zurück in der Kindheit) im Hier und Jetzt ins dienliche Zusammenspiel zu bringen.

 

Das war ganz offensichtlich kein Quick Fix. 

Umso mehr hoffe ich, dass etwas Dienliches für Dich dabei war und die Worte vielleicht zu tieferen Einsichten geführt haben, die etwas anstoßen dürfen.  

 

 

And you know what?
What is knowledge?

Knowledge is only potential power (Napoleon Hill).
It becomes power only when you start and do it. 
Was ist jetzt der erste Schritt für Dich? 
Viele bleiben jetzt stehen und gehen in ihrer Muster zurück. Die, die klug für sich entscheiden, machen den ersten Schritt jetzt.

Womit darf ich dienen, damit’s dienlich wird?

Bist Du daran interessiert Meditation in angewandter Form in einer Gruppe zu lernen, sodass Du es als Werkzeug im Alltag anwenden kannst, anstatt allein auf dem Meditationskissen zu üben und Dich zu fragen, ob und wie Meditation überhaupt für Dich wirken kann. Das Programm „Practice The Now“ ist ein Meditationsprogramm, in denen Du alle Basics in der Tiefe erlernst, um damit direkt in die Anwendung zu steigen, wenn es um Stress, Gedankenkarusselle oder unangenehme Stimmungen geht. Trage Dich gerne auf die Warteliste ein. Es geht bald los.
Ich begleite Unternehmen, indem ich Mitarbeiter und Teams in achtsamer Kommunikation, Meditation und einem gesunden Umgang mit Stress und Druck schule. Derzeit biete ich „Mindfulness@Work“ als 8-Wochenkurs für Gruppen ab 12 Personen an.
Melde Dich zu einem meiner Retreats an. Mehr erfahren. Für Retreats mit einer festen Gruppe schreibe mir eine Mail an info@charlottewitzlau.de
Wenn Prokrastination oder andere Themen Dich umtreiben, vereinbare einfach ein kostenloses Erstgespräch mit mir. Dies ist komplett unverbindlich. Wir besprechen Dein Thema und ich gebe Dir erste Anstöße. Nach dem Gespräch hast Du Dein Thema sortiert, einen ersten Schritt zur Lösung Deines Problems in der Tasche und bist informiert, wie ein Coaching in Deinem Fall aussehen könnte.
Für digitale oder Live Vorträge, Gastbeiträge oder -artikel schreibe mir an info@charlottewitzlau.de
Wenn Du effizienter und gleichzeitig ruhiger,balancierter und fokussierter werden möchtest, trage Dich gerne noch heute in meinen Newsletter ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.